THE EAGLE
Kreischberg Gipfelrestaurant
Stadl, Österreich
Mountain Top Restaurant
Stadl, Austria
Status: Fertigstellung 2020
Status: Completion 2020
Bruttogeschoßfläche: 1.060 m²
Gross floor area: 1.060 m²
Team:
Hubert Hebesberger
Gernot Kraut
Martina Ortner
Bernhard Viereck
Featured on Archdaily
Awards:
ICONIC Awards — Innovative Architecture
A’Design Award Silver Winner
BIGSEE Architecture Award 2021
BIGSEE Interior Design Award 2021
BIGSEE Tourism Design Award 2021
Skiareatest 2022 — Architekturtrophy Gold
LOOP Design Awards 2023 Caption Winner
The Eagle – Gipfelrestaurant Kreischberg
Idee
Am Gipfelplateau des Kreischbergs befand sich lange Zeit eine kleine, beinahe provisorisch wirkende Gebäudestruktur mit einem überdimensionierten Schirm, der als Après-Ski-Bar. Mit dem Rückbau dieses Bauwerks entstand für einen Moment der Eindruck, als hätte sich die Landschaft ihr ursprüngliches Terrain zurückerobert. Gerade diese Erfahrung prägte den Entwurfsansatz für das neue Gebäude: Inmitten einer außergewöhnlich schönen alpinen Umgebung sollte eine Architektur entstehen, die nicht dominiert, sondern sich als präzise gesetzte Ergänzung zur Landschaft versteht – zurückhaltend in ihrer Präsenz, zugleich stark in seiner räumlichen Wirkung.
Design
Ausgangspunkt des Entwurfs war der Wunsch des Bauherrn nach einem kristallinen- oder felsartigen Baukörper für ein neues Gipfelrestaurant. Wir entwickelten daraus die Idee eines abstrahierten Adlers in ruhender Pose – eine Form, die zugleich an kristalline Felsformationen erinnert und der regionalen Tierwelt, insbesondere den hier heimischen Adlern, eine subtile Referenz erweist.
Zentrales Entwurfsmotiv war das Panorama des Standorts. Die Geometrie des Gebäudes leitet sich direkt aus den Blickachsen der Umgebung ab. Die prägnantesten Fassadenflächen orientieren sich nach Norden und Osten und öffnen sich mit fast sechs Meter hohen, großformatigen Verglasungen zur Landschaft. Diese Raumhöhe verstärkt die Wirkung des Panoramas und lässt Innen- und Außenraum ineinander übergehen.
Auch die übrigen Fassadenflächen bestehen vollständig aus Glas – gegliedert in transparente und opake Paneele, wobei keine Scheibe der anderen gleicht. Das Untergeschoss, zur Hälfte in den Hang eingebettet, wurde aus vorgefertigten Betonelementen errichtet, um die Bauzeit zu optimieren. Das darüberliegende Hauptgeschoss, in dem sich das Restaurant befindet, ist vollständig in Brettschichtholz konstruiert; lediglich der Kern rund um die Küche wurde ebenfalls in Betonfertigteilen ausgeführt.
Architektur und Konstruktion
Eingebettet in eine alpine Kulisse mit 360-Grad-Panoramablick entwickelten wir ein Gebäude, dessen skulpturale Form aus dem Zusammenspiel von Bauherrenwunsch und landschaftlichem Kontext hervorgeht: ein kristallines, felsartiges Landmark.
Die Tragstruktur aus vorgefertigtem Brettschichtholz und KLH-Elementen prägt auch den Innenraum. Holz und Stein dominieren die Materialität, während die Gebäudehülle mit bis zu sechs Meter hohen Glasscheiben verkleidet ist und spektakuläre Ausblicke auf Skipisten und Bergketten ermöglicht.
Der extrem enge Projektzeitraum – von Dezember 2019 bis Dezember 2020 – erforderte eine präzise Planung. Für die gesamte Gebäudestruktur sowie alle Fassadenelemente wurde daher ein bis ins Detail ausgearbeitetes 3D-BIM-Modell erstellt. In enger Zusammenarbeit mit Fassadenplanern sowie Haustechnik- und Elektroingenieuren ermöglichte das gewerkeübergreifende digitale Modell eine effiziente Abstimmung und half, sowohl die knappen Lieferzeiten als auch die anspruchsvollen Baustellenbedingungen im Hochgebirge zu bewältigen.
Im Innenraum bietet das Restaurant Platz für rund 200 Gäste, weitere 200 finden auf der großzügigen Außenterrasse Platz. Der Terrassenboden besteht aus vorgefertigten Betonplatten, die in ein Mörtelbett mit beheizten Kupferrohren eingelassen sind. Dieses System fungiert als Außen-Fußbodenheizung und verhindert selbst bei Temperaturen von bis zu –25 °C zuverlässig Eisbildung. Die Geländer sind aus Edelstahl gefertigt; ihre Füllungen bestehen aus filigranen Edelstahlnetzen, um die Sicht auf die umliegende Berglandschaft möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Ein besonderes Element ist das „Eagle Drive-In“ im unteren Gebäudebereich: Hier können Skifahrer schnelle Snacks und Getränke genießen, ohne ihre Skier abschnallen zu müssen.
Innenarchitektur und Akustik
Trotz seiner expressiven Architektur bleibt das Gebäude typologisch eine Skihütte – allerdings in zeitgemäßer Interpretation. Groß dimensionierte, sichtbare Brettschichtholzstützen und ‑träger strukturieren den Gastraum und schaffen gemeinsam mit den KLH-Deckenpaneelen eine warme, einladende Atmosphäre.
Die sternförmig angeordneten Träger erzeugen ein dynamisches Deckengefüge, das sich beim Durchschreiten des Raumes stetig verändert. Die dreieckigen Zwischenräume sind mit perforierten Holz-Akustikplatten ausgekleidet, die zugleich als abgehängte Decke dienen und Lüftung sowie technische Installationen aufnehmen.
Ein prägendes Gestaltungselement bilden speziell für das Projekt entwickelte Pendelleuchten in vogelähnlicher Form. Sie bestehen vollständig aus komprimiertem Filz und wirken wie ein durch den Raum ziehender Vogelschwarm – eine poetische Anspielung auf die lokale Tierwelt und das Motiv des Adlers. Zusammen mit den perforierten Holzdecken entsteht so ein ausgewogenes akustisches und atmosphärisches Raumklima.
Schlanke BSH-Stützen, in einem Raster von zwei Metern angeordnet und leicht nach innen geneigt, übernehmen nicht nur die statische Lastabtragung, sondern definieren zugleich die Fassadengliederung. Die Zwischenräume – mit einer Parapethöhe zwischen 30 und 140 cm – sind mit Holzverkleidungen gefüllt, hinter denen sich ein Heizsystem verbirgt. Dieses erwärmt die Brüstungsoberflächen aus lokalem Stein und trägt zum thermischen Komfort bei.
Raumgestaltung
Direkt nach dem Betreten des Gebäudes zieht der Barbereich die Aufmerksamkeit auf sich. Große Stahlrahmen, die zwischen unterschiedlich geneigten Holzflächen eingespannt sind, prägen das Design. Eine insgesamt 15 Meter lange Theke mit hinterleuchteten Steinplatten an der Front und einer mit Eichenholz verkleideten Oberfläche bildet das Zentrum dieses Ensembles.
Steinplatten finden sich auch entlang der Wand des Hauptgastraums. In präziser handwerklicher Arbeit wurden sie so zugeschnitten, dass sie die Silhouette der umliegenden Bergkette nachzeichnen.
Die Sitzgruppen entlang der Fassade folgen dem Fassadenraster von zwei Metern. Maßgefertigte Tische und Bänke aus Eichenholz strukturieren den Bereich, die Sitzflächen sind mit schwarzem Leder bezogen. Im Zentrum des Gastraums stehen organisch geformte Eichenholztische, die sich zu einer langen Tafel für größere Gruppen zusammenstellen lassen.
Da das Restaurant direkt im Skigebiet liegt, betreten viele Gäste den Raum mit nassen Skischuhen – eine Herausforderung sowohl für die Akustik als auch für die Materialwahl. Ein Kugelgarn-Teppichboden reduziert die Geräuschentwicklung deutlich und ist zugleich widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit. Unterstützt durch eine elektrische Fußbodenheizung trocknet der Boden schnell und trägt zum thermischen Komfort bei.
Das in der abgehängten Decke integrierte Lüftungssystem arbeitet zusammen mit der Fußbodenheizung auch als Heizsystem und verhindert zudem Kondensatbildung an den großflächigen Verglasungen.
Concept
For many years, the summit plateau of Kreischberg was occupied by a small, almost improvised structure topped with an oversized umbrella that served as an après-ski bar. When this building was dismantled, the landscape briefly appeared to reclaim its original terrain. This moment became the conceptual starting point for the new project: in the midst of an extraordinary alpine setting, the aim was to create an architecture that does not dominate but rather acts as a carefully placed intervention—restrained in its presence yet powerful in its spatial impact.
Design
The client’s initial brief called for a crystalline or rock-like volume to house a new summit restaurant. The design evolved from this idea into the form of an abstracted eagle at rest—a sculptural figure that simultaneously evokes crystalline rock formations while offering a subtle reference to the region’s wildlife, particularly the eagles native to the area.
The defining motif of the project is the panoramic setting. The building’s geometry is derived directly from the surrounding sightlines. The most prominent façades face north and east, opening toward the landscape through large-scale glazing nearly six metres high. This generous height intensifies the experience of the panorama, allowing interior and exterior to visually merge.
The remaining façade surfaces are also fully glazed, composed of a combination of transparent and opaque panels, with no two panes identical. The lower level—partially embedded in the slope—was constructed using prefabricated concrete elements to optimise the construction schedule. The main level above, which houses the restaurant, is built entirely in glulam timber (CLT); only the service core around the kitchen was realized in precast concrete.
Architecture and Construction
Set within an alpine landscape offering uninterrupted 360-degree views, the building emerges as a sculptural form shaped by the dialogue between the client’s vision and the surrounding terrain—a crystalline, rock-like landmark on the summit.
The load-bearing structure, made of prefabricated glulam and cross-laminated timber (CLT) elements, defines the interior space as well. Wood and stone dominate the material palette, while the building envelope is clad in glass panes, framing sweeping views of ski slopes and distant mountain ranges.
The project was realized within an exceptionally tight timeframe—from December 2019 to December 2020—requiring a highly coordinated planning process. A comprehensive 3D BIM model was therefore developed for the entire building structure and all façade components. In close collaboration with façade consultants as well as mechanical and electrical engineers, this interdisciplinary digital model enabled efficient coordination and helped address both the short delivery times and the demanding construction conditions at high altitude.
Inside, the restaurant accommodates around 200 guests, with a further 200 seats available on the expansive outdoor terrace. The terrace floor consists of prefabricated concrete slabs set in a mortar bed with integrated heated copper pipes. Acting as an outdoor underfloor heating system, it reliably prevents ice formation even at temperatures as low as –25°C. Stainless steel railings with delicate mesh infill panels were chosen to minimise visual obstruction of the surrounding mountain landscape.
A distinctive feature is the “Eagle Drive-In” located on the lower level, where skiers can enjoy quick snacks and drinks without having to remove their skis.
Interior Architecture and Acoustics
Despite its expressive form, the building remains typologically a mountain lodge—albeit in a contemporary interpretation. Large, exposed glulam columns and beams structure the dining space and, together with the CLT ceiling panels, create a warm and welcoming atmosphere.
Radially arranged beams form a dynamic ceiling structure that shifts continuously as one moves through the space. The triangular gaps between them are lined with perforated wooden acoustic panels that double as a suspended ceiling, accommodating ventilation ducts and technical installations.
A defining design element is a series of pendant lights developed specifically for the project. Shaped like birds and made entirely of compressed, recycled felt, they evoke a flock in motion across the room—a poetic reference to the local wildlife and the eagle motif. Together with the perforated wooden ceiling panels, they contribute to a balanced acoustic and atmospheric environment.
Slender glulam columns arranged in a two-metre grid and slightly inclined inward carry the structural loads while simultaneously defining the rhythm of the façade. The intermediate zones—featuring parapet heights ranging from 30 to 140 centimetres—are clad in timber, concealing a heating system that warms the parapet surfaces made from locally sourced stone and enhances overall thermal comfort.
Spatial Design
Upon entering the building, the bar area immediately draws attention. Large steel frames tensioned between inclined timber surfaces define the space. At its centre stands a fifteen-metre-long bar counter, featuring backlit stone panels on the front and a surface clad in oak.
Stone slabs also line the wall of the main dining area. In a carefully crafted process, they were cut to trace the silhouette of the surrounding mountain range.
Seating groups along the façade follow the building’s two-metre structural grid. Custom-designed oak tables and benches organise the space, with seats upholstered in black leather. At the centre of the dining room, organically shaped oak tables can be combined to form a long communal table for larger groups.
Because the restaurant sits directly within the ski area, many guests enter wearing wet ski boots—posing challenges for both acoustics and material durability. A sphere-textured carpet significantly reduces noise levels while remaining resistant to moisture. Supported by an electric underfloor heating system, the flooring dries quickly and contributes to a comfortable indoor climate.
The ventilation system integrated within the suspended ceiling works in conjunction with the underfloor heating as part of the building’s heating strategy and also prevents condensation from forming on the expansive glazed surfaces.