SVS Verwaltungsgebäude
Graz, Österreich
SVS Administration Building
Graz, Austria
Status: Fertigstellung 2025
Status: Completion 2025
Bruttogeschoßfläche: ca. 4.200 m²
Gross floor area: ca. 4.200 m²
Team:
Gernot Kraut
Hubert Hebesberger
Tanja Weinzettl
Tihana Hajdinjak-Novak
Ewa Szalowska
Bernhard Viereck
SVS Verwaltungsgebäude, Graz
Holzbau im urbanen Raum wird hier zum stadtbildprägenden Impuls: Viereck Architekten setzen mit dem neuen SVS-Bürogebäude in Graz ein klares Zeichen für die Zukunft des Bauens — ökologisch wirkungsvoll, technologisch ausgereift und gestalterisch zeitlos. Als erstes Gebäude eines städtebaulichen Ensembles, markiert der 5- geschoßige Holzbau den Auftakt einer nachhaltigen Entwicklungsachse und demonstriert, wie nachhaltige Materialwahl, sichtbare Konstruktion und städtebauliche Präsenz zu einem Innovationsmodell für flexible, klimaorientierte Arbeitsumgebungen verschmelzen können.
Architektur und Nachhaltigkeit
Das Gebäude verbindet zeitlose Sachlichkeit mit nachhaltigem Materialausdruck: eine reduzierte Formensprache, weiche abgerundete Ecken und eine zurückhaltende Materialpalette aus Sichtholz und Glas. Der reine Holzbau — ausgenommen Treppenhaus und Liftkern — positioniert das Projekt innerhalb eines modernen, nachhaltigen Minimalismus, der klare Proportionen mit taktiler Sinnlichkeit vereint.
Das Gebäude kommuniziert Transparenz, Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit zugleich. Das offene Erdgeschoss signalisiert Zugänglichkeit und Dialog mit dem städtischen Raum; die sichtbare Holzkonstruktion transportiert die Botschaft eines klimabewussten Arbeitgebers (517.359 kg verbautes Holz, 931 t CO₂‑Äquivalent gespeichert). Als Holzbau sendet das Gebäude ein klares städtebauliches Signal für nachfolgende Bauten und adressiert gleichermaßen Nutzer, Besucher und das urbane Umfeld.
Fassade
Die Fassade des Bürogebäudes beruht auf einer präzisen, rhythmischen Gliederung: vorvergraute Weißtannen- Sichtschalung und BSH Lamellen definieren ein feines, vertikales Raster, das Fensterfelder klar fasst und dem Baukörper eine ruhige, skulpturale Präsenz verleiht. Die durchgehend 16 m hohen Lamellen erzeugen eine markante Vertikalität, während das transparente Erdgeschoss mit raumhoher Glasfassade das Gebäude zur Umgebung öffnet. Schlanke Lüftungsflügel sind dezent ins Fassadenbild integriert und betonen die technische Intelligenz der Hülle, ohne ihre natürliche Materialität zu stören.
Ästhetisch erzeugt die feingliedrige Holzfassade eine ruhige, humane Monumentalität und referenziert zur Denkmalgeschützten Fassade des Nachbargebäudes. Die vorvergraute Oberfläche verändert sich mit Licht und Jahreszeiten, während das vertikale Raster Tiefe und lebendige Schattenwürfe ausbildet. Die schwebend wirkenden Obergeschosse verleihen dem Baukörper Leichtigkeit; die warme Holzfarbe kontrastiert angenehm mit den klaren Glasflächen und integriert sich subtil in die Stadtlandschaft.
Interior Design
Im Inneren setzt das Projekt das Holzkonzept konsequent fort: BSH‑Stützen und BSP‑Massivholzdecken bleiben gezielt sichtbar und prägen ein natürliches, ruhiges Raumklima mit hoher Aufenthaltsqualität. Lichtdurchflutete, flexible Arbeitslandschaften bieten variable Arbeitsplatzkonfigurationen und fördern Kommunikation sowie Konzentration. Das innovative Lichtkonzept — nur zwei Stehleuchten je 4er Büro mit Präsenzmeldern und automatischer tageslichtabhängiger Steuerung — optimiert Energieverbrauch und visuelle Behaglichkeit am Arbeitsplatz. Die Innenarchitektur ist geprägt von einer klaren, funktionalen Raumstruktur, die durch gezielte Zonierungen unterschiedliche Nutzungsbereiche definiert. Rückzugs- und Arbeitsnischen werden als kompakte, gepolsterte Einbauten ausgebildet uns schaffen akustisch sowie visuell geschützte, informale Kommunikationsbereiche. Die fein abgestimmte Farbpalette aus gedämpften Grün- und Erdtönen schafft eine ruhige Arbeitsatmosphäre und verleiht den einzelnen Bereichen eine harmonische Ausstrahlung. Dem gegenüber stehen offene Kommunikations- und Aufenthaltszonen, die durch warme Materialien und eine stärkere Farbpräsenz charakterisiert sind. Sichtbares Holz in tragenden und raumbildenden Elementen bringt Natürlichkeit und komplexe Holzkonstruktion visuell zum Ausdruck. Die Holzoberflächen werden ergänzt durch textile und weiche Materialien und optimieren so die Aufenthaltsqualität. Gezielt eingesetzte Farbakzente in Rottönen strukturieren die Innenräume und heben gemeinschaftlich genutzte Zonen wie Küchen- und Aufenthaltsbereiche hervor. Eine klare, ruhige Formensprache, reduzierte Möblierung und fein abgestimmte Details fügen sich zu Räumen zusammen, die zeitlos wirken und gleichzeitig flexibel nutzbar sind. Insgesamt entsteht ein gesundes, effizientes Arbeitsumfeld, das Materialehrlichkeit, Wohlbefinden und Nachhaltigkeit wirkungsvoll verbindet.
Timber construction in urban environment becomes a defining urban impulse: Viereck Architekten make a clear statement about the future of buildings with the new SVS office building in Graz — ecologically effective, technologically mature and aesthetically timeless. As the first building of an urban ensemble, the five‑storey timber structure marks the start of a sustainable development and demonstrates how sustainable material choices, visible construction and urban presence can merge into an innovation model for flexible, climate‑oriented work environments.
Architecture and Sustainability
The building combines timeless aesthetics with a sustainable material expression: a reduced vocabulary of form, softly rounded corners and a restrained material palette of exposed timber and glass. The timber construction — except for the stairwell and lift core — positions the project within a modern, sustainable minimalism that unites clear proportions with tactile sensuality. The building communicates transparency, sustainability and reliability at once. The open ground floor signals accessibility and dialogue with the urban realm; the visible timber structure conveys the message of a climate‑conscious development (517,359 kg of wood used, 931 t CO₂ equivalent stored). As a timber building, it sends a clear urban signal for subsequent developments and addresses users, visitors and the built environment alike.
Façade
The office building’s façade is based on a precise, rhythmic articulation: pre‑weathered silver fir cladding and Glulam (CLT) slats define a fine vertical grid that frames the window bays and gives the volume a calm, sculptural presence. The continuous 16 m high slats create a striking verticality, while the transparent ground floor with full‑height glazing, opens the building to its surroundings. Slim ventilation vents are discreetly integrated into the façade and emphasize the technical intelligence of the envelope without disturbing its natural appearance. Aesthetically, the finely articulated timber façade produces a calm, humane monumentality and references the listed façade of the neighboring building. The pre‑weathered surface changes with light and seasons, while the vertical grid creates depth and a dynamic shadow play. The seemingly floating upper storeys lend lightness to the volume; the warm timber tone contrasts pleasantly with the clear glass surfaces and subtly integrates into the urban landscape.
Interior Design
Inside, the project consistently continues the timber concept: Glulam (CLT) columns and cross‑laminated timber (BSP) solid timber ceilings are intentionally exposed and create a natural, calm interior climate with high quality of stay. Light‑filled, flexible work landscapes offer variable workstation configurations and promote both communication and concentration. The innovative lighting concept — only two floor lamps per 4‑person office with presence detectors and automatic daylight‑dependent control — optimizes energy use and visual comfort at the workplace. The interior architecture is defined by a clear, functional spatial structure, with targeted zonings that delineate different usage areas. Retreat and work niches are designed as compact, upholstered inserts, creating acoustically and visually sheltered, informal communication spaces. The finely tuned color palette of muted greens and earth tones creates a calm working atmosphere and gives individual areas a harmonious character. In contrast, open communication and lounge zones are characterized by warm materials and stronger color presence. Exposed timber in load‑bearing and spatially defining elements brings naturalness and complex timber construction visually to the foreground. Timber surfaces are complemented by textiles and soft materials, thereby enhancing the quality of stay. Deliberately used red color accents structure the interior and highlight communal zones such as kitchen and lounge areas. A clear, calm language of form, reduced furnishings and finely tuned details combine into spaces that appear timeless while remaining flexibly usable. Overall, a healthy, efficient working environment is created that effectively links honest materials, well‑being and sustainability.